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Wenn du schon einmal davon geträumt hast, in einem Café in Seoul zu arbeiten, deine Wochenenden in Busan oder auf Jeju zu verbringen und trotzdem deinen Remote-Job im Ausland zu behalten, dann hat Südkorea jetzt endlich ein Visum genau für dich.

Seit dem 1. Januar 2024 bietet Südkorea ein Digital-Nomaden- bzw. „Workation“-Visum an, offiziell als F-1-D bezeichnet. Dieses Visum erlaubt qualifizierten Remote-Arbeitenden, bis zu zwei Jahre in Korea zu leben (ein Jahr plus eine mögliche Verlängerung um ein Jahr), während sie für einen Arbeitgeber oder ein Unternehmen im Ausland arbeiten.

In diesem Guide erklären wir dir:

  • was das koreanische Digital-Nomaden-Visum genau ist

  • wer sich qualifiziert (Einkommen, Jobtyp, Versicherung, Strafregister usw.)

  • was du mit diesem Visum darfst – und was nicht

  • wie der Antrag Schritt für Schritt abläuft

  • was du grob zu Steuern und Lebenshaltungskosten wissen solltest

Wichtig: Regeln und Beträge (z. B. Einkommensgrenzen) werden regelmäßig angepasst. Prüfe die Details immer noch einmal bei der zuständigen koreanischen Botschaft oder dem Konsulat, bevor du den Antrag stellst.


1. Was ist das Digital-Nomaden- / Workation-Visum (F-1-D) für Südkorea?

Das Digital-Nomaden-Visum, oft auch Workation-Visum genannt, ist ein temporäres Aufenthaltsvisum, das ausländischen Remote-Arbeitenden erlaubt:

  • bis zu 2 Jahre in Südkorea zu leben (12 Monate + mögliche Verlängerung um 12 Monate)

  • weiterhin für einen Arbeitgeber im Ausland oder ein im Ausland registriertes Unternehmen zu arbeiten

  • bestimmte Familienangehörige (in der Regel Ehepartner und minderjährige Kinder) mitzunehmen

Gleichzeitig erlaubt dir das Visum nicht, dass du:

  • einen Job bei einem koreanischen Unternehmen annimmst

  • Einkommen von koreanischen Kund:innen oder koreanischen Firmen beziehst

  • ein Unternehmen betreibst, das in Korea registriert ist

Die Idee des Visums ist einfach:

Menschen mit gut bezahltem Remote-Job sollen in Korea leben, reisen und Geld ausgeben können – ohne mit dem lokalen Arbeitsmarkt zu konkurrieren.


2. Wer kann sich bewerben? Die wichtigsten Voraussetzungen

Die exakten Formulierungen unterscheiden sich leicht je nach offiziellen Dokumenten und Visa-Guides, aber die Kernbedingungen sind überall ähnlich. Um dich für das Digital-Nomaden-Visum zu qualifizieren, brauchst du in der Regel:

Alter & beruflicher Status

  • Du bist mindestens 18 Jahre alt (teils wird nach koreanischer Zählweise von 19 gesprochen).

  • Du arbeitest für einen Arbeitgeber außerhalb Südkoreas oder führst ein Unternehmen, das im Ausland registriert ist.

  • Du hast mindestens 1 Jahr Berufserfahrung in deinem aktuellen Beruf oder derselben Branche.

In manchen Guides steht, dass klassische Freelancer ausgeschlossen sind; andere Quellen schreiben, dass Selbständige mit ausländischen Kund:innen sich qualifizieren können.
Weil es hier Graubereiche gibt, solltest du als Freelancer oder Selbständige:r unbedingt direkt bei der Botschaft nachfragen.

Einkommensgrenze: Mindestens das Doppelte des koreanischen BNE

Die wichtigste Hürde ist dein Einkommen. Um dich zu qualifizieren, musst du mindestens das Doppelte des koreanischen Bruttonationaleinkommens (BNE) pro Kopf des Vorjahres verdienen.

In der Praxis bedeutet das ungefähr:

  • Für Anfang 2024 lag das bei rund 84–85 Mio. KRW pro Jahr (ca. 61.000–62.000 USD) oder mehr.

  • Für 2025 kursieren aktualisierte Werte von etwa 88–100 Mio. KRW pro Jahr (ca. 66.000–70.000 USD), je nach Quelle und Botschaft.

Der entscheidende Punkt:

Du musst ein stabiles, relativ hohes Remote-Einkommen aus dem Ausland nachweisen – meistens mit Steuerbescheiden, Gehaltsabrechnungen und Kontoauszügen.

Versicherung, Strafregister & weitere Anforderungen

Typische Punkte auf der Checkliste sind:

  • Führungszeugnis / Strafregisterauszug ohne relevante Einträge aus deinem Heimatland / Aufenthaltsland

  • private Krankenversicherung mit ausreichender Deckung, z. B.:

    • oft um die 100 Mio. KRW (ca. 70–80.000 EUR) für Krankenhauskosten + Rücktransport

  • gültiger Reisepass (häufig mit mindestens 6 Monaten Restgültigkeit)

  • Nachweis deiner Remote-Tätigkeit (Arbeitsvertrag, Arbeitgeber-Bestätigung, Handelsregisterauszug usw.)

Zusätzlich können gefordert werden:

  • Nachweis des Wohnsitzes im Heimatland

  • eine vorläufige Adresse in Korea (Hotelbuchung, Airbnb, Mietvertrag)

  • Familienstands- und Geburtsurkunden, wenn Ehepartner oder Kinder mitkommen


3. Was darfst du mit diesem Visum – und was nicht?

Was du darfst

Mit dem F-1-D Workation-Visum kannst du:

  • bis zu 2 Jahre in Südkorea leben (12 Monate + mögliche 12-Monats-Verlängerung)

  • eine Ausländerregistrierung in Korea vornehmen (Residence Card), womit du:

    • einen Langzeitmietvertrag abschließen

    • ein koreanisches Bankkonto eröffnen

    • einen Mobilfunkvertrag abschließen

    • zum Teil öffentliche Angebote nutzen kannst (z. B. kostenlose oder günstige Koreanisch-Kurse vieler Gemeinden)

  • deine Remote-Arbeit praktisch überall in Korea erledigen:

    • Co-Working-Spaces und Cafés in Seoul

    • Apartments in Busan

    • ruhigere Orte auf Jeju oder in kleineren Städten

Was du nicht darfst

Du darfst nicht:

  • eine lokale Festanstellung bei einer koreanischen Firma annehmen

  • Honorar oder Gehalt von koreanischen Kund:innen erhalten

  • ein Unternehmen führen, das rechtlich in Korea registriert ist

Die Regierung ist hier recht klar: Dein Einkommen muss von außerhalb Koreas kommen, um den lokalen Arbeitsmarkt zu schützen.

Wenn du z. B. Englisch unterrichten, in einem koreanischen Startup arbeiten oder einen physischen Laden eröffnen willst, brauchst du eine andere Visumskategorie (z. B. E-2, E-7, D-8, Start-up/OASIS etc.).


4. So beantragst du das Digital-Nomaden-Visum für Korea (Schritt für Schritt)

Die Details unterscheiden sich je nach Land ein wenig, aber grob läuft es so:

Schritt 1 – Prüfe, ob du wirklich alle Bedingungen erfüllst

Bevor du Zeit in Dokumente investierst, checke:

  • Erreichst (oder übertriffst) du die aktuelle Einkommensgrenze (doppelter BNE)?

  • Ist dein Arbeitsverhältnis komplett remote und dein Arbeitgeber / Business nicht in Korea registriert?

  • Kannst du ein Führungszeugnis und eine passende Krankenversicherung vorlegen?

Schau auf die Website der koreanischen Botschaft / des Konsulats in deinem Land – viele haben eine eigene Seite zum Digital-Nomaden-Visum mit Nummern und Dokumentenlisten.

Schritt 2 – Dokumente sammeln

Typischerweise brauchst du:

  • ausgefülltes Visumantragsformular

  • gültigen Reisepass

  • Nachweis der Beschäftigung oder Selbstständigkeit

    • Arbeitsvertrag, Arbeitgeber-Schreiben, Handelsregisterauszug, etc.

  • Einkommensnachweise:

    • aktuelle Kontoauszüge

    • Steuerbescheide

    • Gehaltsabrechnungen

  • Strafregisterauszug / Führungszeugnis (teils mit Apostille / Legalisation)

  • Krankenversicherungsnachweis mit geforderter Deckung

  • Nachweis deines Wohnsitzes im Heimatland

  • (falls verlangt) Reservierung oder Vertrag für Unterkunft in Korea

Wenn Partner oder Kinder mitkommen, zusätzlich:

  • Heiratsurkunde

  • Geburtsurkunden der Kinder

Schritt 3 – Antrag bei Botschaft oder Statuswechsel in Korea

In der Regel hast du zwei Optionen:

  1. Antrag bei der koreanischen Botschaft / dem Konsulat in deinem Heimatland bzw. Aufenthaltsland stellen.

  2. Wenn du schon mit einem Kurzzeitvisum / visafrei (z. B. C-3, K-ETA) in Korea bist, kannst du in manchen Fällen den Status vor Ort auf F-1-D ändern, statt auszureisen und neu einzureisen (unbedingt vorher bei Immigration / Botschaft nachfragen).

Die Bearbeitungszeit liegt laut Erfahrungsberichten oft bei ca. 10–15 Tagen, hängt aber von Konsulat und Unterlagen ab.

Schritt 4 – Nach der Einreise: Registrierung & Alltag organisieren

Nach deiner Einreise mit dem F-1-D-Visum musst du:

  • innerhalb einer gewissen Frist (oft 90 Tage) beim zuständigen Immigration Office eine Ausländerregistrierung machen

  • deine Alien Registration Card (ARC) abholen – die brauchst du für:

    • langfristige Mietverträge

    • SIM-Karte mit Vertrag

    • Bankkonto-Eröffnung

Ab dann kannst du deinen Digital-Nomaden-Alltag in Korea für zunächst ein Jahr leben – und später eine Verlängerung um ein weiteres Jahr beantragen, solange du weiterhin alle Voraussetzungen erfüllst.


5. Steuern und Lebenshaltungskosten: Was du im Blick haben solltest

Steuerlicher Wohnsitz

Das hier ist keine Steuerberatung, aber ein paar Eckpunkte:

  • Wenn du 183 Tage oder mehr in einem Steuerjahr in Korea bist, wirst du in der Regel als steuerlicher Einwohner betrachtet.

  • Steuerlich Ansässige können auf ihr Welteinkommen besteuert werden – die Sätze liegen in Korea grob zwischen ca. 6 % und 35 %, je nach Einkommenshöhe.

  • Nichtansässige werden normalerweise nur auf in Korea erzieltes Einkommen besteuert (das du mit diesem Visum ja gerade nicht haben solltest).

Weil Steuerabkommen und Regeln je nach Heimatland unterschiedlich sind, ist es sinnvoll, mit einem Steuerberater zu sprechen, der sich mit deinem Land und Korea auskennt.

Lebenshaltungskosten

Richtwerte aus Expat- und Visa-Guides:

  • Die Lebenshaltungskosten in Korea sind insgesamt oft niedriger als in vielen westlichen Ländern, besonders bei Essen und öffentlichem Verkehr – hängen aber stark von Stadt und Lifestyle ab.

  • Miete in Seoul kann teuer sein, ist aber im Vergleich zu zentralen Lagen in Städten wie Zürich, London oder New York meist noch günstiger.

  • Öffentlicher Verkehr, Mobile Data und schnelles Internet gelten als sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Südkorea gehört regelmäßig zu den Ländern mit den schnellsten durchschnittlichen Internetgeschwindigkeiten weltweit.

Für viele Remote-Arbeitende ist genau diese Kombination aus Kosten, Sicherheit, Lebensqualität und Konnektivität das Argument für das F-1-D-Visum.


6. Ist das koreanische Digital-Nomaden-Visum das Richtige für dich?

Das F-1-D Workation-Visum passt besonders gut, wenn:

  • du deutlich über dem weltweiten Durchschnitt verdienst

  • dein Arbeitgeber / Business komplett außerhalb Koreas sitzt

  • du länger als 90 Tage bleiben und wirklich wie ein Local leben möchtest

  • du schnelles Internet, Sicherheit und eine Mischung aus Großstadt + Natur schätzt

Es ist wahrscheinlich nicht ideal, wenn:

  • dein Einkommen unter der geforderten Grenze liegt

  • du auf lokale Jobs / Gigs angewiesen bist (z. B. Sprachunterricht ohne E-2-Visum)

  • du eigentlich nur eine 1–2-monatige Reise planst und keinen langfristigen Aufenthalt brauchst

Für gutverdienende Remote-Professionals ist dieses Visum aber im Grunde ein Goldticket: Du kannst bis zu zwei Jahre lang Koreas Städte, Berge und Inseln erleben – und behältst trotzdem deinen bestehenden Job und Einkommensstrom.


Fazit

Südkorea ist dem globalen Trend gefolgt und hat ein eigenes Digital-Nomaden-Visum geschaffen – allerdings eher im „Premium-Segment“: hohes Einkommen, klare Regeln, seriöse Dokumentation.

Wenn du die Voraussetzungen erfüllst, ist der Gewinn riesig:

Bis zu zwei Jahre Leben in einem der dynamischsten, sichersten und am besten vernetzten Länder Asiens – ohne deine Remote-Karriere aufzugeben.